be2: Ärgernis durch vorgefertigte Mails.

"Liebe/r Rita" - hä? Wirre Standard-Mails bei be2.

Die Suche nach Liebe erfordert Einsatz, findet Autorin Rita Lora. Wer statt persönlicher Nachrichten Instant-Mails verschickt, hat da schon verloren.
"Liebe/r Rita!" Wie bitte? Dabei ist Rita doch eindeutig weiblich.

Auf ein Neues! Wir präsentieren euch eine neue Folge von Rita Loras Erlebnissen bei be2, einer Dating-Seite, die dank eines regelmäßigen TV-Spots zur besten Sendezeit derzeit in aller Munde ist. Aber ist wirklich alles Gold, was glänzt? Lest selbst.

Von Rita Lora

Einige Tage sind vergangen, seit ich mich bei be2 angemeldet habe, der Dating-Site, die das große Liebesglück per Garantie verspricht (was es damit auf sich hat, habe ich noch immer nicht herausgefunden). Und die diese großartig angekitschte Werbung macht, in der sich zwei hübsche Menschen zu Kuschelrock-Musik küssen, während die Welt um sie herum in einem gleißenden Farbenmeer versinkt.

Romantik, bis die Augen bluten.

Das will ich auch. Ich will einen Mann, dessen wild schlagendes Herz mich mindestens so wohlig wärmt wie meine Heizung, einen Poeten, der seine Gefühle für mich in leidenschaftliche Worte zu kleiden weiß, der gleichzeitig Holzfäller und Rockstar in Personalunion ist. Ja, das wünsche ich mir so sehr.

Und dann das:

„Hallo, Dein Profil hat mir wirklich gefallen! Außerdem bist Du eine der Top-Empfehlungen in meiner Liste - also sollten wir den Wissenschaftlern vielleicht vertrauen und es miteinander versuchen? Ich würde mich sehr freuen, von Dir zu hören!“

Ich gehöre zu den „Top-Empfehlungen in seiner Liste“? Wir sollten den Wissenschaftlern vertrauen? So einen unpersönlichen Käse kann kein Mensch schreiben, denke ich. Das hat sich doch ein Computer ausgedacht, vielleicht sogar ein futuristischer Liebesroboter, der sich an der Menschheit rächen will, da er ohne Herz durchs Leben robotern muss.

Getoppt wird die Mail jedoch sogleich von diesem Ausbund an persönlichem Interesse:

Liebe/r Rita,
Ich habe mir gerade Ihr Profil angesehen.
Scheinbar haben wir einiges gemeinsam. Würden Sie mir mehr über sich verraten?
Schöne Grüße,
Ju3rg3n

„Liebe/r“ Rita?

Ich muss dazu sagen, dass ich auf meinem Profilfoto weder Bart trage noch meine nicht vorhandenen Hoden zur Schau stelle. Auch präsentiere ich keine stolz geschwellten, blank rasierten Brustmuskeln (haha, DAS sollte ich mir allerdings doch mal überlegen!), und auch kein unscharfes Urlaubsfoto begrüßt die Besucher meines Profils. Die beiden letzten Punkte sind sehr typisch für männliche Online-Dater, das aber nur als Insider-Info am Rande.

Die holprige Mann-Frau-Anrede verrät eindeutig: Es handelt sich um ein weiteres Instant-Schreiben.

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