be2: Unseriöse Partnervorschläge und wenig Unterhaltung.

So öde wie diese Überschrift - Partnersuche bei be2.

"Bei b2 eingeloggt zu sein, ist, als wäre ich in einer Gummizelle gefangen", so Autorin Rita Lora. Bis sie auf einen potentiellen Traummann trifft.
"Langweilig!" So empfindet Rita die Partnersuche bei be2.

Autorin Rita Lora und die Datingportale. Eine schwierige Kombination. Nichts ist der Böser-Junge-Autorin gut genug, keine Online-Partnervermittlung konnte sie bislang überzeugen. Auch be2 nicht, die Partnerbörse, die damit wirbt, Singles könnten hier „unkompliziert die große Liebe finden.“ Obwohl, neuer Log-In, neues Glück? Mal sehen.

Von Rita Lora

Ein winterlicher Vormittag in Berlin, draußen lauert rutschiger Schneematsch, der meine Schuhe ruiniert. Der Kamillentee in meiner Tasse ist laukalt, so laukalt wie mein Herz.

Ja. Mein sonst heiß glühendes Herz droht zu erkalten. Ist das nicht schrecklich? Wenn ich mir die Ohren zuhalte, höre ich es von innen ganz leise husten, das Herz. Hilfe muss her. Nein, eine neue Liebe, die die kleine Pumpe in meinem Inneren neu erglühen lässt.

Vielleicht kann das Online-Datingportal be2 mir helfen. Schließlich verspricht die Online-Partnervermittlung schon auf ihrer Startseite, ich könne hier „unkompliziert die große Liebe finden“.

Bisher hat sich diesbezüglich allerdings noch nicht viel getan. Dabei bin ich nun schon einige Wochen hier angemeldet. Und ich muss gestehen: Ich logge mich eigentlich nur bei be2 ein, wenn ich gerade wirklich nichts anderes zu tun habe. Und auch nur, weil ich dafür bezahlt habe. Der Grund dafür: Bei be2 ist nichts los. Zwar könnte ich stundenlang an meinem eigenen Profil feilen, mich an den Rechtschreibfehlern meiner Mit-Singles ergötzen, oder vorgefertigte Mails lesen (kein Mensch schreibt hier eigenständig Nachrichten, so scheint es mir, fast alle nutzen vorgefertigte Instant-Mails, pfui Teufel!), aber ich habe nicht das Gefühl, mich frei entfalten zu können. Ich kann nicht mal nach Herzenslaune durch die Profile anderer Mitglieder stöbern, nur durch meine be2-Partner-Empfehlungen.

Und die finde ich selten interessant. Manche scheinen mir nicht mal besonders koscher. Jensi zum Beispiel, der angibt, „promovierter Frisör“ zu sein. Haha, Jensi, verarschen kann ich mich alleine.

Insgesamt habe ich bei be2 das Gefühl, in einer rosafarbenen Gummizelle eingeschlossen zu sein, deren kleines Guckloch nicht mal den Blick auf eine weite, blühende Landschaft freigibt, sondern lediglich auf verschwommene Gesichter von Männern, die vielleicht zu mir passen könnten.

Moment. Wer ist denn das? Markur76. Komischer Name, ein Mix aus Markus und Merkur? Oder doch nur ein simpler Schreibfehler? Macht aber nichts. Denn Markur76 sieht selbst verschwommen wunderhübsch aus. Ein Blick auf sein Profil verrät mir, dass er begeisterungsfähig, optimistisch, geheimnisvoll, leidenschaftlich und spontan ist. Und schön. Wenn Markur76 tatsächlich der Mann auf seinen Bildern ist, verzeihe ich ihm sogar, dass er Reggae hört. Ach was. Ich würde ihm aus Liebe und vor lauter Hingerissenheit kleine Dreadlocks in die Armhaare zwirbeln, wenn ihm danach ist.

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